Gespräch mit Gunnar Schäfer

Volleyball, die Liebe und das Leben



  

Lieber Carsten Schäfer, in Schwerte bekannt unter Gunnar und im Verlauf unseres Gesprächs auch nur noch so genannt. Du bist Volleyballer mit Leidenschaft. Welche Rolle spielt dieser Sport in Deinem Leben?

 

Ich bin damit aufgewachsen und Volleyball ist unser Familiensport. Volleyball spielt  eine Hauptrolle in meinem Leben. Über diesen Sport habe ich meine Frau Kerstin kennengelernt und meine besten Freunde, die ich seit mehr als 25 Jahren habe. Meine beiden Töchter Kira und Malin spielen auch beide Volleyball. Wir haben Sie bei Zeiten mit dem Volleyball-Virus infiziert.

 

Und wie bist Du dazu gekommen? Fußball ist doch bei kleinen Jungs viel spannender?

 

Ich bin ja in Hattingen aufgewachsen und irgendwann so mit 10 Jahren hat mein Kumpel mich zum Volleyballtraining mitgeschleppt. Da hat es dann auch sofort „gefunzt“. Das war absolut mein Ding. Mit 12 Jahren wurde ich bereits gesichtet und habe für den WVV, den Westdeutschen Volleyball Verband gespielt. Mit 18 Jahren habe ich in der 2. Bundesliga in Wuppertal gespielt.

 

Das hat sicher neben der Schule viel Zeit eingenommen?! Wie ging es nach der Schulzeit weiter? Zivildienst oder Bundeswehr? Wie war es da mit den Sportmöglichkeiten?

 

Ich war bei der Bundeswehr, obwohl ich mit 16 Jahren bereits verweigert hatte. Dieser komische Verein kam für mich nie in Frage. Dann musste ich aber eine Entscheidung für den Sport treffen…Gunnar grinst. 

Zu meiner Zeit hat der Zivildienst noch 18 Monate gedauert, eine halbe Ewigkeit. Bundeswehrzeit lag bei 15 Monaten und wegen meines Studiums konnte ich auf 12 Monate verkürzen. 

Da habe ich mich dann doch für die kürzere Dauer beim Bund entschieden, um einfach eher wieder trainieren zu können.

 

Das kann ich gut nachvollziehen, obwohl ich mir Dich beim Waffe putzen und Spint sortieren gar nicht vorstellen kann.

 

Allerdings, das war auch echt schräg. Vor allem wenn man sich dabei von einem 20 jährigen Vorgesetzten zusammen brüllen lassen muss und dabei die Contenance waren soll.

Letztlich war es aber eine unvergesslich schöne Zeit, da ich dort im Kader der Militärnationalmannschaft zum Beispiel in Ankara bei der Weltmeisterschaft gespielt habe. Damals sind wir immerhin 6. geworden. 

 

 

Du hast Deine Frau Kerstin eben schon erwähnt, wie habt Ihr Euch kennengelernt?

 

Genau, wir haben uns natürlich beim Volleyball kennengelernt. Woanders, als in der Volleyballhalle bin ich zu der Zeit auch nicht auf Frauen gestoßen.

Kerstin hat zu Ostern bei einem Turnier in Schüttorf gespielt. Dort haben wir uns kennengelernt.

Während dieses Turniers haben sich 4 weitere Paare aus unserem Freundeskreis gefunden und sind heute auch immer noch verheiratet und zusammen.

In dem Zusammenhang erinnere ich mich an ein einen besonderen Volleyballspieltag in Berlin am Wochenende des Mauerfalls im November 1989. Wir sind direkt nach der Anreise zum Brandenburger Tor, welches noch nicht geöffnet war. Mit tausend anderen Menschen standen wir auf der Berliner Mauer und haben gerufen „Die Mauer muss weg!“

Ein Gänsehaut-Moment beim Fall der Mauer live dabei gewesen zu sein.

Die Nacht haben wir durchgefeiert und somit am nächsten Tag in der Halle nichts gerissen. Fanden wir nicht so schlimm.

 

Gunnar, ich habe Dich kennengelernt, als Du mir innerhalb von 5 Stunden meine schlechteste Angewohnheit aus dem Kopf „gejagt“ hast, das Rauchen.

Übrigens erfolgreich bis heute:-)

Mittlerweile ist Rauchen ja immer weniger ein Thema, zumindest meint man das, wenn man das Rauchverbot in Restaurants und Kneipen betrachtet. Werden Deine Dienste als  Nichtraucher-Coach noch benötigt?

 

Ja klar. Geraucht wird immer noch. Die Raucher sind ja nur „vertrieben“ worden. Durch das Verbot in öffentlichen Räumen hat es sich vermutlich niemand abgewöhnt. Vorteil des Gesetzes ist der Schutz der Nichtraucher und die Vorbildfunktion für Kinder und Jugendliche, die in der Öffentlichkeit einfach weniger Raucher erleben.

 

Wenn ich danach gefragt werde, wie das in den 5 Stunden zum Nichtraucher geklappt hat, dann fehlen mir erklärenden Worte. Ich kann nur sagen, dass es nach Deinem Coaching tatsächlich in meinem Kopf „klick“ gemacht hat. Ich habe an dem Tag (2005) meine letzte Zigarette geraucht. Kannst Du bitte noch mal erklären, wie Dein Coaching funktioniert?

 

In den 5 Stunden betreibe ich ganz viel Aufklärung. Den Teilnehmern wird bewusst, dass sie durch das Rauchen keinen vorteilhaften Effekt erleben. Bei Alkohol und anderen Drogen (Keine Werbung - Kein Ersatz) wird man duselig. Vom Rauchen bekommt man gelbe Zähne, Mundgeruch und hat keinen Sinnes-Effekt.

Schon die erste Zigarette schmeckt den meisten "Rauchanfängern" nicht. Sie wird als ekelig empfunden, viele bekommen Durchfall und Schwindelgefühle.

Im Mittelpunkt der Aufklärung steht, dass Raucher auf etwas reingefallen sind, was andere reich macht und sie selbst krank und kaputt.

Die Werbebilder vom coolen und männlichen Marlboro Mann, der seine Freiheit auf dem Rücken der Pferde mit einer Kippe auf dem Zahn erlebt. Solche und ähnliche Bilder verkauft die Werbung im Zusammenhang mit dem Rauchen.

Eigentlich möchte jeder Raucher lieber aufhören, gehindert wird er nur durch die scheinbar angenehmen Verknüpfungen, die er sich im Laufe seines Lebens mit dem Rauchen geschaffen hat.

Zum Beispiel die Zigarette mit dem Kaffee zur Pause, die Zigarette nach einem leckeren Abendessen, die Zigarette zum Bierchen, die Zigarette …danach, die Zigarette am Telefon beim Plausch mit der Freundin und die Zigarette, die stressige Situationen „entspannt“. Also quasi die 24 Stunden - Zigarette.

Wenn die Leute verstanden haben, dass ihre körperliche Abhängigkeit nicht drastisch ist und das, das Nikotin schon nach 2 Wochen aus dem Körper ist, können Sie nach den 5 Stunden bei mir eine Entscheidung zum Nichtrauchen treffen.

 

Gunnar, was gibt es noch in Deinem Leben, wo Du leidenschaftlich dabei bist, was Dir wirklich wichtig ist?

 

Also wirklich wichtig sind mir natürlich neben meinen Mädels hier zu hause meine Freunde. Auf die kann ich zählen und die begleiten mich oft schon viele Jahrzehnte. Vor allem unsere gemeinsamen Erlebnisse, die oft spontan in mein Leben kommen. Dinge live erleben und wahrnehmen, wie ein schönes AC/DC Konzert,…

 

Da hast Du ja glaube ich eine Dauerkarte?!

 

Ja, hätte ich gerne. Ein AC/DC Konzert-Abo. Wer weiß, wie oft man die Rock - Opis noch live erleben kann. Da bin ich besser bei jedem Konzert dabei.

Spontan habe ich mich mal einer Männertruppe angeschlossen, die mit Harleys die Route 66 in den USA gefahren sind. Das war natürlich ein Wahnsinnserlebnis.

Ich mag es vom Sofa runter zu kommen und Sachen auszuprobieren und mit zu erleben. Das kann auch mal ein echt spannendes Theaterstück gemeinsam mit meiner Frau sein…Gunnar grinst.

Meistens sind wir aber nicht so leise, sondern feiern gerne und oft mit unseren Freunden bei uns zuhause in der Küche. Ein großer Topf Gunnar-Spezial-Suppe auf dem Herd, laute Musik und der Rest ergibt sich von selbst.

 

Mein lieber Freund, was wird Dich in den kommenden Jahren beschäftigen?

 

Volleyball!!

Ich trainiere die Volleyballdamen beim TV Hörde und habe aktuell einige Talente, auf die ich besonders gut achten muss. Die werden athletisch, technisch-taktisch extrem gut vorbereitet und wir schützen sie, damit nicht jeder an ihnen herumreißt. Nicht jeder junge Mensch ist seelisch bereit Leistungssport so zu betreiben, wie es die großen Vereine wollen.

Sehr sicher ist, dass ich mindestens eins meiner Talente mal bei Olympia sehen möchte und bei einem habe ich die leise Hoffnung, dass es klappen könnte.

 

Das gönne ich Dir von Herzen und danke Dir für das offene und lustige Gespräch.

Schön, dass Du mit Deiner Familie in Schwerte wohnst.