Gespräch mit Christian Vogel

Der Gottschalk der VHS-Schwerte

Lieber Herr Vogel, vielen Dank, dass sie sich Zeit für Schwerte-spricht nehmen. Der Titel unseres Gesprächs ist besonders. Vielmehr der Mensch, Thomas Gottschalk ist besonders und in Deutschland sehr bekannt. Bevor ich sie frage, was sie mit dem

TV-Entertainer gemeinsam haben, möchte ich wissen, ob sie bevor sie Leiter der VHS in Schwerte  wurden, privat jemals einen VHS Kurs besucht haben? 

 

Das habe ich tatsächlich. Vor mehr als 20 Jahren habe ich einen Kurs Tastaturschreiben belegt und ein Wochenendseminar Kommunikation und Führung an der VHS in Iserlohn besucht.

 

Thomas Gottschalk und ich haben die Liebe zur Mode gemeinsam. Er kleidet sich immer sehr besonders und das mag ich auch. Es macht mir Freude, mich mal chic und klassisch oder auch mal sportlich leger zu kleiden. Ich mag abwechslungsreiche Kleidung für unterschiedliche Gelegenheiten und Gefühlslagen. Mit nun 51 Jahren findet sich in meinem Kleiderschrank eine beachtliche Auswahl an Krawatten und Schuhen. Das ist wohl eher Männer untypisch?! Dazu stehe ich aber sehr gerne. 

Was Thomas Gottschalk und mich außerdem verbindet, ist wohl die Liebe zum Harley Davidson fahren. Mehr als 30 Jahre lang bin ich mit meinem Vater durch ganz Europa gecruist. Mindestens eine Woche pro Jahr haben wir uns als Vater und Sohn aufgemacht, um auf zwei Rädern unsere Touren zu machen. Das war wunderbar. Dieses Hobby habe ich mittlerweile aus Liebe zu meiner Familie aufgegeben.

 

Wie Thomas Gottschalk als ehemaliger Showmaster, stehen sie als Leiter der VHS auch hier und da in der Öffentlichkeit. War das für sie Neuland oder gewöhnungsbedürftig?

 

Naja, also da sehe ich jetzt keine Gemeinsamkeiten zu Thomas Gottschalk. In meiner Arbeit, auch wenn es mal in die Öffentlichkeit geht, bleibt es in Schwerte und Umgebung überschaubar und ist nicht vergleichbar mit den Auftritten des Showmasters. Gewöhnungsbedürftig war es nicht, denn ich rede gerne und viel mit Menschen. Kommunikation ist eine meiner Grundeigenschaften.

Außerdem möchte ich sagen, dass die VHS in Schwerte eine gut eingestimmte Laufmannschaft war und ist, welche mich prima in ihr Team aufgenommen hat. Wie bei einem Staffellauf, wurde mir im letzten Jahr der Staffelstab sicher übergeben. Und jetzt laufe ich los.

Kommunikation spielt in unserem Team, von insgesamt 10 Mitarbeitern eine übergeordnete Rolle. So führen wir wöchentliche Kurzgespräche miteinander, in denen neue Impulse, Ideen und Inhalte besprochen werden. Wo resümiert wird und das Miteinander in der VHS gepflegt wird. Das ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Arbeit. 

Auf welche Angebote legen sie ihren Fokus in der VHS?

 

Wir haben ein ausgeglichenes Angebotsportfolio von Gesundheitskursen, insgesamt 72 Sprachkurse, 4 Integrationskurse, Alphabetisierungsangebote und einiges mehr. Wir bieten Perspektive für lebenslanges Lernen nach der Schule mit Fachseminaren, die im Beruf unterstützen und weiterbilden und es gibt Kurse für den Industriemeister und die AEVO (Ausbildereignungsprüfung). Mein Fokus liegt aktuell und das bedingt durch meine berufliche Herkunft als Ingenieur, Personalentwickler und Wirtschaftsingenieur, auf wirtschaftsnahen Angeboten. Ich möchte das Angebotsportfolio der VHS Schwerte für die Wirtschaft, beziehungsweise als Partner der Wirtschaft weiter ausbauen.

 

Ich finde immer spannend, wenn Menschen Ihre Arbeit hinterfragen und reflektieren, womit sie sich täglich beschäftigen. Wo sie ihre Energie und ihr Herzblut hineinstecken. Wie kam es, dass sie ihre Arbeit in der Wirtschaft gegen eine Stelle einer Bildungseinrichtung getauscht haben?

 

Als technischer Leiter einer Unternehmenseinheit eines mittelständischen Unternehmens und zuvor als Assistenz der Geschäftsführung eines Unternehmens mit 1100 Mitarbeitern,  konnte ich mit vielen Menschen an gemeinsamen Zielen arbeiten. Mich interessierten immer schon die Menschen in den Prozessen und Abläufen, die motiviert ihr Wissen einbringen und zusammen arbeiten. Zudem kam immer wieder der Wunsch in mir auf, die Vereinbarkeit mit Familie und Beruf stärker in Einklang bringen zu wollen. Dieses gab letztendlich den Ausschlag, mich zu verändern und auf die Seite der kommerziellen Bildung zu wechseln. Mich haben hierbei besonders die zu qualifizierenden Menschen motiviert. Für sie galt es nun das notwendige Wissen bereitzustellen, damit sie ihre Perspektiven und Chancen verbessern können. In Unternehmen werden Veränderungs- und Weiterbildungsangebote ständig nachgefragt und hier sah ich meinen neuen Auftrag.  Somit konnte ich unter neuer Flagge – dieses jedoch im alten Tätigkeitsfeld, weiterhin aktiv bleiben.

Was macht der private Christian Vogel, wenn er er sich nicht gerade mit neuen Modetrends oder dem VHS-Programm beschäftigt?

 

Ich treffe mich mit meiner Laufgruppe, um wöchentlich 3 mal 10 km zu laufen. Kaufe gerne auf dem Schwerter Markt guten Käse und frisches Gemüse ein, um am Wochenende für meine Familie vor allem mediterrane Gerichte zu kochen. Sehr gerne verreisen wir in die Berge oder ans Meer, wo ein weiter Blick keine Grenzen setzt und ich herrlich entspannen kann. Natürlich kümmere ich mich um meinen Sohn, der während seines Studiums schon eine Selbstständigkeit im Objektschutz gegründet hat und meine Tochter, mit der ich das Hobby Malen teile. 

 

Ich freue mich, dass wir mit ihnen als Leiter der VHS einen weiteren sehr nahbaren, offenen und zugänglichen Menschen in einem Amt haben, wo die Bürger der Stadt Schwerte leicht kommunikativen Zugang finden können, wenn sie das möchten. In meiner Wahrnehmung, ist das ein wichtiges Kriterium, für ein harmonisches Miteinander. Schließlich lebt die Stadt von den Bürgern, deren Ideen, Bedürfnissen und der Gemeinschaft.

Herr Vogel, gerade ist die Schwerter Ruhrfee in die VHS gekommen... Sie dürfen sich etwas wünschen!   

 

Oh das ist toll. Dann wünsche ich mir die Zeit, um das Klavierspielen zu lernen und einen Gitarren-Kurs zu belegen.

 

Das klappt bestimmt. Bis zur Musikschule haben sie es ja von hier nicht so weit. Herzlichen Dank für das angenehme Gespräch.