Gespräch mit Peter Gellermann

Zwei Leidenschaften

Lieber Peter Gellermann jetzt sind wir seit mehr als 10 Jahren Nachbarn hier auf dem Eilande in Schwerte und doch vermute ich, dass ich heute einiges Neues über dich erfahren werde. Schön, dass du bei meinem Projekt Schwerte-spricht mitmachst und dich persönlich vorstellen willst.

Wir beginnen bitte so, dass du dir vorstellst, ich würde hier vor dir auf dem Tisch vier weiße Puzzle Teile auslegen. Um dich näher kennen zu lernen, bitte ich dich diese blanko Puzzle Teile mit den Inhalten zu füllen, die am aussagekräftigsten für dich als Person stehen. Was macht dich aus? Wer genau ist Peter Gellermann persönlich?

Vielen Dank, dass ich dabei sein kann und ich bin gespannt, wie das Gespräch wird. Also auf das erste Puzzle Teil gehört meine Arbeit, die Naturheilkunde und anderen Menschen zu helfen.

Auf das zweite Teil gehört unbedingt meine Familie. Meine Frau Heike, meine beiden Töchter Alina und Vanessa, die mittlerweile beide in Köln leben. 

Auf das dritte Puzzle Teil würde ich meine Freizeit setzen. Unsere zwei Hunde Merlin und Hobbit, mit denen ich gerne durch die Natur laufe. Ebenso das Motorradfahren und das Skifahren im Winter.

Was mich ausmacht ist wohl mein Engagement als Mitglied des gemeinnützigen Vereins 4EPlus, der sich mit natürlichen Wegen zu mehr Vitalität und Lebensqualität beschäftigt, als auch mein Amt als Bezirksvorsitzender beim FDH Dortmund-Hagen, dem Fachverband deutscher Heilpraktiker. Mir ist es wichtig Wissen an Interessierte und den Nachwuchs weiterzugeben, daher kommt dieser Punkt auf das vierte Puzzle Teil. 

Das Motorradfahren begegnet mir bei Schwerte-spricht Gesprächen häufiger. Ich kann mich genau erinnern, dass vor etwa 10 Jahren in unserer beschaulichen und ruhigen Straße plötzlich knatternde Motorradgeräusche zu hören waren ;-)

Nicht falsch verstehen, ich fühle mich dadurch nicht gestört lieber Nachbar. Wie kam es zu Deiner späten Motorradleidenschaft?

Leider musste ich lange auf das Motorradfahren verzichten. Mit 18 Jahren bin ich gefahren und dann fast 30 Jahre nicht mehr. Erst hatte ich keine Zeit in der Berufsausbildung, dann kam Familie mit unseren zwei kleinen Kindern dazu. Da passt es einfach auch nicht immer so hin und dann wurde ich auch schon 50. Jahre alt. Zu diesem runden Geburtstag habe ich mir eine Motorradfahrt gewünscht.

Weil ich so lange nicht gefahren war, hat meine Frau Heike mir dann einige Fahrstunden geschenkt. Nachdem ich die ein oder andere Fahrstunde durch das Sauerland gefahren bin, war ich wieder schön angefixt. Schnell war klar, dass ich ein eigenes Motorrad wollte, um dieser Freude regelmäßig nachzugehen. Mittlerweile fahre ich eine schöne Harley Davidson, gehe regelmäßig zu einem Motorrad-Stammtisch dem "Iron Horse" und fahre auch gerne zum "Magic Bike Festival" nach Rüdesheim.  

Hab ich mir doch gedacht, dass ich heute eine neue Seite an dir kennen lerne! Was macht man denn auf so einem Festival oder bei einem Motorrad-Stammtisch?

Da ist einfach coole Stimmung, man tauscht sich aus, lernt gute Schrauber kennen. Jungs, die Richtig Ahnung haben und mir helfen, wenn ich mein Motorrad einmal komplett auseinander schraube, um einige Teile verchromen zu lassen und es dann selbst wieder zusammenbaue. Das macht einfach in einer Gruppe doppelt so viel Freude. Außerdem liebe ich die Touren an der Mosel und am Rhein.

In Deiner Freizeit baust Du Dein Motorrad auseinander und beruflich nimmst Du als Heilpraktiker deine Patienten auseinander. Das passt doch ganz gut oder? 

Na ja generell schon, auch wenn es sich ein wenig rabiat anhört, stimmt das schon. Ich betrachte meine Patienten ganzheitlich. Das heißt, wenn sie mit Beschwerden zu mir kommen, dann beginne ich zu forschen und zwar nicht nur an der Schmerz-/ Beschwerdestelle, sondern eben ganzheitlich. Daher passt der Vergleich mit dem Motorrad. Mit beiden gehe ich übrigens äußerst sorgsam und pfleglich um.

Als Naturheilkundler gebe ich meinen Patienten, um ein Beispiel zu nennen, keine pflanzliche Salbe, wenn sie vom "Normal-Mediziner" Cortison Salbe erhalten hätten.

Ich sehe mich als Ergänzung, als Adjutant der Normal Medizin. Vor allem versuche ich Zusammenhänge in Krankheitsbildern zu erkennen. So können zum Beispiel schlechte Zähnen mit kränklichem Zahnfleisch, also Parodontitis und Hautkrankheiten miteinander in Verbindung stehen. Dazu arbeite ich aktuell an der Neuauflage meines Buches mit der Erweiterung eines Kapitels von Dr. med. dent. Wolfgang H. Koch, als Co-Autor.   

Ich denke, es ist gar nicht so leicht, Patienten davon zu überzeugen, dass man Beschwerden ganzheitlich betrachten sollte. Schließlich haben Generationen von Patienten gelernt, dass man beim Arzt ein Mittelchen, eine Pille oder Spritze gegen Beschwerden erhält und dann geht es in gewohntem Tempo weiter durchs Leben. Oder welche Erfahrungen hast du dazu gemacht?

So ist es tatsächlich und mir ist wichtig, dass Patienten verstehen, dass viel bessere Ergebnisse erzielt werden können, wenn sie bei der Therapie mitarbeiten. Wenn sie die gewünschte Veränderung durch das Verlassen von unvorteilhaften Gewohnheiten unterstützen. 

Peter, wie bist du Heilpraktiker geworden?

Ich habe vor langer Zeit als Krankenpfleger in der Psychiatrie in Aplerbeck gearbeitet. Das waren spannende, lehrreiche und anstrengende acht Jahre, die ich dort verbracht habe. Durch Arbeitskollegen, die auf die Heilpraktiker Schule gingen kam ich mit dem Thema Naturheilkunde in Kontakt. Zur damaligen Zeit, ungefähr 1970, war das etwas ganz Neues für uns und ich begann berufsbegleitend meine Heilpraktikerausbildung. Mit 25 Jahren schloss ich die Prüfung zum Heilpraktiker erfolgreich ab und begann bei Kollegen zu assistieren. Nach meinen Frühdiensten in der Klinik, habe ich dann den erfahrenen Kollegen über die Schulter geschaut und nach dem theoretischen Lernen Praxis erworben. Dann hatte ich großes Glück und konnte in die bestehende Heilpraktiker Praxis Hollatz in Schwerte einsteigen. Er suchte einen Kollegen und später einen Nachfolger. Der wurde dann ich.   

Da musstest du als 25 Jähriger nicht so ins kalte Wasser springen, beziehungsweise dir eine Selbstständigkeit aus dem "Nichts" aufbauen? Das hatte sicher große Vorteile. Immerhin machst du diese Arbeit nun schon mehr als 30 Jahre, da ist das ein oder andere wohl richtig gelaufen :-) Lieber Peter ich bedanke mich herzlich für das informative Gespräch. Ich wünsche uns allen natürlich gute Gesundheit, aber sag mir doch auf welchem Gebiet du Experte bist, damit ich im entsprechenden Fall zu dir kommen kann.

Ich danke auch für das Gespräch und wünsche allen Schwerterinnen und Schwertern Gesundheit. Meine Behandlungsschwerpunkte sind Entgiftung, Wirbelsäulentherapie und Autoimmunerkrankungen, wie rheumatische Erkrankungen und Erkrankungen der Schilddrüse.