Gespräch mit Katinka Fiedler

Das Kräuter-Krankenhaus

Liebe Katinka ich freue mich, dass ich heute hier bei dir im Naturheilzentrum in Schwerte zu Gast sein darf. So kann ich meiner Tochter heute Abend genau erklären, wie es im "Kräuter Krankenhaus" aussieht.

Wir gehen jeden Morgen auf dem Weg zur Schule hier vorbei und irgendwann wollte meine Tochter wissen, was ein Naturheilzentrum ist. Als ich es versucht habe kindgerecht zu erklären, meinte sie ganz pragmatisch, dass es sich folglich um ein Kräuter-Krankenhaus handeln muss. Stimmt irgendwie auch oder?

Ja witzig, das passt im weitesten Sinne, wobei unsere Patienten nicht hier bei uns übernachten. Aber ist das nicht herrlich, wie Kinder sich die Welt erklären? Meine Tochter ist noch viel kleiner, aber sie ist auch sehr interessiert, wenn sie mich bei der Arbeit besucht. Dann schaut sie alles an, untersucht die Geräte und findet alles ganz spannend.

Wie bekommst du das hin mit deiner Tochter und der Arbeit im Naturheilzentrum? Sie geht ja noch nicht in den Kindergarten, oder?

Das funktioniert mit akribischer Planung, mit meinem Mann, der 24 Stunden Dienste bei der Feuerwehr macht und somit auch brauchbare Zeiten am Stück zuhause ist und lieben Omas, die für Notfälle einspringen, wenn wir sie brauchen.

Außerdem bin ich ja in der Praxis nicht allein, wir sind mit fünf Behandlern und so kann ich prima planen.

Das hast du schlau durchdacht. Ein gutes Beispiel, wie sich Familie, Beruf und sogar Selbstständigkeit vereinbaren lässt. 

Tatsächlich ist das ein vorteilhafter Nebeneffekt unserer Gemeinschaftspraxis, geplant war es aus dem Grund Familie und Beruf zu vereinen allerdings nicht. Die Planung des Naturheilzentrums war bereits im vollen Gange, bevor unsere Familienplanung anstand. Aber so hat sich dann rückblickend alles perfekt zusammengefügt.

Was waren deine Gründe für eine Gemeinschaftspraxis? Die meisten Heilpraktiker sind doch eher allein niedergelassen richtig?

Ich sehe in der Gemeinschaft große Vorteile. Zu allererst für die Patienten. Sie profitieren von dem rundum - Blick meiner Kolleginnen, wenn der Bedarf da ist. So kann ich als behandelnde Osteopathin meine Kolleginnen um Rat fragen, wenn ich möchte, dass eine zweite Meinung meine Gedanken in der Therapie unterstützen soll. Wir können eine ganzheitliche Behandlung anbieten. So spart sich der Patient weitere Wege von Praxis zu Praxis. Außerdem greifen viel Gebiete ineinander und unterstützen sich gegenseitig. Damit erzielen wir gute Ergebnisse in der Behandlung unserer Patienten.

Wir alle genießen es im Team zu arbeiten, auch mal gemeinsam eine Kaffeepause zu verbringen, sich untereinander um Rat fragen zu können und Arbeitszeiten aufzufangen. 

Katinka, einige Heilpraktiker sind Quereinsteiger, hast du vor deiner Ausbildung zur Heilpraktikerin auch schon etwas anderes gemacht?

Ja, aber das war mehr oder weniger Mittel zum Zweck. Nach meinem Abitur war mir relativ schnell klar, dass ich Heilpraktikerin werden möchte. Da man erst mit 25 Jahren die Prüfung ablegen darf, musste ich zwischen Ausbildung und Prüfung etwas Zeit überbrücken und letztlich ja auch meine Ausbildung irgendwie finanzieren. In dieser Zeit habe ich einige wertvolle Arbeitserfahrungen in meinem Leben machen dürfen. Sehr lustig war meine Arbeit auf der Düsseldorfer Kö, wo ich im Saturn in der TV- und  HiFi-Abteilung Fernseher verkauft habe.

Wie bitte? Als du jetzt Düsseldorfer Kö gesagt hast, wanderten meine Gedanken sofort in Richtung Shopping und schöne Boutiquen... auf eine HiFi-Abteilung hätte ich nicht so schnell gewettet. Vermutlich, weil diese Abteilungen nicht zu meinen Lieblingsbereichen beim Shopping zählen. Sehr spannend. Wie bist du denn dazu gekommen?

Ich habe als Promoterin gearbeitet und diesen Job wollte ich unbedingt bekommen. Der Ehrgeiz hat mich gepackt und ich wollte mich in dieser Abteilung, die sehr männerlastig ist, als junge Frau behaupten. Das habe ich auch geschafft. Daraus habe ich viel Praktisches für mein Leben lernen können, zum Beispiel Durchsetzungskraft. Das hat mir nicht zuletzt bei der Gründung des Naturheilzentrums genutzt.

Ich habe in Getränkemärkten gearbeitet und als Assistentin für die Moderation auf Reiseverkaufsveranstaltungen. 

Woher kam die Begeisterung für das Thema Naturheilkunde?

Innerhalb meiner Familie und im Freundeskreis gibt es Verknüpfungen dazu, die mich schon als Kind immer damit in Berührung gebracht haben. Ausschlaggebend war dann letztlich ein Besuch meines Onkels in Mexiko, der mir viel von Kinesiologie ähnlichen Verfahren in seinem Land erklärt hat und den Wirkeffekten von Naturkräutern. Davon wollte ich einfach mehr wissen.

Dir wird in diesem Moment ein anderer Wirkeffekt, nämlich der, der Ruhrfee zuteil. Du hast die nun schon bekannten drei Wünsche, was darf es denn für dich sein, liebe Katinka?

 

Ein toller Effekt, danke liebe Ruhrfee. Als erstes wünsche ich mir, dass ich gleichzeitig eine gute Mama und eine gute Therapeutin sein kann.

Dann wünsche ich mir, dass unser Naturheilzentrum weiterhin so gut läuft und weiter wächst. Und drittens wünsche ich mir eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulmedizinern und Heilpraktikern in Schwerte.

Herzlichen Dank für das angenehme Gespräch und vor allem für deine außerordentlich großzügige Spende an den Leuchtturm e.V.