Gespräch mit Bianca Dausend

Im Einsatz für die Wahlheimat

Liebe Frau Dausend, ich freue mich, dass es im dritten Anlauf heute mit unserem Schwerte-spricht klappt. In Vorbereitung auf dieses Gespräch, habe ich online viel über sie erfahren. Auch schon während des Wahlkampfs, konnte ich sie und ihre Aktivitäten online verfolgen. Die Chance dieses Gesprächs sehe ich darin, die persönliche Bianca Dausend, die heute mit Beja, ihrer Airedaleterrier-Hündin gekommen ist, kennen zu lernen.     

Ich freue mich ebenfalls auf dieses Gespräch, da ich Schwerte-spricht im letzten Jahr gerne gelesen habe und ich bin gespannt auf ihre Fragen.

Aus den sozialen Medien ist mir bekannt, dass zu ihrer Familie drei Hunde und ein Kater gehören und ihren Mann durfte ich bei der "Frau Fantastica" Messe in der Rohrmeisterei im vergangenen Jahr kurz kennen lernen. Das ihr Herz für die Stadt Schwerte schlägt kann man an ihrem besonderen Engagement gut erkennen. Wie ist das entstanden und sind sie gebürtige Schwerterin?

 

Meine drei Hunde Beja, Whoopy und Wenja, der Kater Danny, mein Mann und mein Vater gehören zum engsten Kreis der Familie. Ich will ihre Frage einmal so beantworten, ich bin von Bielefeld über Wuppertal in meine Heimat nach Schwerte gekommen.

Mein Mann hat mich damals nach Wuppertal "gelockt", dort haben wir neun Jahre gelebt und mir liegt rückblickend die Mentalität der Menschen in Schwerte einfach sehr viel mehr, als die der Wuppertaler. Das ist einer der Gründe, warum ich mich hier so wohl und heimisch fühle und ich so große Freude daran habe mich für unsere Stadt einzusetzen.

Als mein Mann und ich 2008 nach Schwerte kamen, habe ich mich sofort in die Umgebung und die Häuser am Alten Dortmunder Weg verliebt. Trotz furchtbaren Regens und Unwetter, in Dortmund waren die Keller der Häuser voller Wasser gelaufen, viele Straßen waren überspült, sind wir in Schwerte aus dem Auto gestiegen und die Entscheidung war sofort klar: hier will ich leben.

Mittlerweile schaue ich auf viele wertvolle Freundschaften und Wegbegleiter, die mir Heimatgefühl schenken. Die Aktivität und das Engagement der Stadt und deren Bürgerinnen und Bürger laden ein, sich zu integrieren und mitzumachen. Hier in Schwerte kann man dazu gehören, wenn man möchte. Dafür sind auch sie, Frau Kipple mit ihrem Projekt Schwerte-spricht ein gutes Beispiel.

Danke, genau dafür ist Schwerte-spricht auch geboren worden.  Meine Empfindungen diesbezüglich sind ähnlich und ich möchte noch hinzufügen, dass natürlich trotzdem jeder selbst gefragt ist, sich einzubringen und mit zu machen. Ohne Eigeninitiative funktioniert es auch in Schwerte nicht.

Politik ist ein Weg mit Menschen in Kontakt zu kommen, wenn sie auf den Wahlkampf zurück blicken, was war der schönste Moment, von all den spannenden Begegnungen in dieser Zeit?

Es gab tatsächlich sehr viele sehr beglückende Momente. Spontan denke ich an das Schloss Opherdicke, wo ich mit meinem "schwarzen Sofa" unterwegs war und auf dem Weg zur Toilette auf die Frau vom Einlass traf. Wir kamen in ein nettes Gespräch, haben über meine politische Aktivität und über uns und Allgemeines gesprochen. Zur Verabschiedung bat mich die Frau mich umarmen zu dürfen, dieser Wunsch und die unerwartete Nähe hat mich sehr berührt und beeindruckt.    

Sicher gab es auch Herausforderungen zu meistern, wie gingen sie damit um?

Allerdings, die gibt es nicht nur im politischen Wahlkampf, sondern harter Gegenwind ist zum Teil sogar in der eigenen Partei und in der gesamten politischen Landschaft zu spüren. So habe ich schon oft gedacht, wie ich wohl als 20 Jährige damit umgegangen wäre? Vermutlich hätte ich damals zur Politik eher nein gesagt.

Mein Mann fängt mich wunderbar auf. Fast jeden Abend haben wir lange gesprochen, was mich am Tag und im Wahlkampf beschäftigt und herausgefordert hat. Dafür bin ich sehr dankbar und ohne ihn würde ich auch jetzt keine Politik machen wollen.

Das kann ich gut verstehen. Austausch und vor allem die Sicht aus einer anderen Perspektive relativiert vieles. Die Meinung eines lieben Menschen, hilft oft auf kleinerer Flamme zu kochen, was dem Prozess zuträglich sein kann. Wie kamen sie in die Politik und was lässt sie mit soviel Herzblut in ihrer Partei arbeiten, wenn sie eigentlich spüren, wie rau der Wind dort wehen kann? 

Für mich war Politik schon immer spannend. Ein Weg, wie ich mich einbringen kann, für etwas was mir am Herzen liegt. Mir fällt es leicht mit Menschen in Kontakt zu kommen, Gespräche zu führen und dann etwas umzusetzen. Mir macht Freude, wenn ich zum Beispiel dafür sorgen kann, dass ein Ententeich in Schwerte gereinigt wird, damit Erholungssuchende sich wohl fühlen können. Es gefällt mir, mich für  ältere Menschen einzusetzen und für ein Geländer und gute Wege zu sorgen. 

Man könnte sagen, ich bin eine Merkel Frau. Ich habe so gehofft, dass sie Kanzlerin wird, denn ich wollte in einer Hier und Jetzt Partei tätig sein. Nach meinem Empfinden war die CDU das vor Angela Merkel nicht.

Ihre Hündin, die süße Beja ist ganz aufgeregt unter dem Tisch und ich weiß auch warum. Sicher hat sie gespürt, dass die Ruhrfee gerade drei freie Wünsche hinterlassen hat. Was darf es denn bitte für sie sein Frau Dausend?

Hunde sind so wunderbar und spüren sensibel, was vor sich geht. Ich sage ja immer zu meinem Mann, dass zum Beispiel meine Whoopy ein Hund 1:1 Milliarde ist. Die ist so einzigartig und würde wenn sie ein Mensch wäre, morgens nachdem Aufstehen als erstes einen Witz erzählen.

Aus diesem Grund ist mein erster Wunsch, dass meine Familie inklusive der Tiere noch lange gesund bleibt. Das wäre ein großes Glück für mich.

Zweitens wünsche ich mir, dass die Schwerterinnen und Schwerter sich Chancen stark entwickeln können und drittens wünsche ich mir von der neuen Landesregierung, dass sie dafür Sorge trägt, dass die kommunalen Aufgaben für uns finanziell auskömmlich bearbeitet werden können. 

Dafür drücke ich ihnen die Daumen. Mein Eindruck ist, wir haben die Chancen für dieses Schwerte-spricht genutzt. Die politische öffentliche Bianca Dausend scheint sich nicht wesentlich von der persönlichen Bianca Dausend zu unterscheiden, so mein Eindruck. Danke für dieses Gespräch und für sie weiterhin so viel Erfolg in ihrer Heimat Schwerte!