Gespräch mit Sonja Pusceddu

Entscheidung für Schönes & Leckeres

Liebe Sonja, was für ein zauberhafter Garten, den du hier hinter deinem Geschäft als kleine Oase geschaffen hast. Wir können im Grünen sitzen und ein Tässchen duftenden Kaffee genießen und uns kennen lernen. Was für ein Geschenk, welches ich mir selbst mit dem Format Schwerte-spricht gemacht habe. Danke, dass du mich hier zwischen "Vielerlei" Schönem, Verträumten, Leckerem und Inspirierendem empfängst.

Wir kommen beruflich aus einer ähnlichen Ecke richtig? Aus der Touristik?

 

Herzlich willkommen und schön, dass du mein Gast bist. Genau, ich komme aus der Gastronomie und bin gelernte Hotelfachfrau. Ich komme eigentlich aus dem Westerwald und habe dort in einem Hotelbetrieb gelernt  und zu 90 Prozent im Service gearbeitet. Der Umgang mit Menschen hat mir dabei immer sehr viel Freude gemacht.

Im Service zu arbeiten geht so bis 40 oder Mitte 40 ganz gut. Da der Job aber sehr anstrengend ist, beginnen meist rund um den Zeitpunkt die körperlichen Zipperlein. Der Rücken und die Knie beginnen zu schmerzen und auch die Chefs haben dann weniger Verwendung für "ältere" Mitarbeiter. So habe ich mir frühzeitig gedacht, dass ich den Job nicht bis 65 Jahren machen kann und habe die Hotelfachschule in Dortmund für zwei Jahre besucht.

Mein Ziel war aus dem Schichtdienst zu kommen und einen weniger anstrengenden Bereich im Büro zu übernehmen. Nach der Ausbildung zur Betriebswirtin habe ich dann für einige Jahre bei einem Lebensmittler im Büro gearbeitet. Ohne Menschenkontakt.

 

Oh weh, dein Gesicht spricht dazu Bände. Das war wohl nichts für dich, oder?

 

Nein gar nicht. Ich bin nicht für die Büroarbeit geschaffen und ich brauche den Kontakt mit Menschen, das Gespräch und den Austausch. Während dieser Bürozeit habe ich nebenbei als Rezeptionistin in einem Hotel gearbeitet. Irgendwie habe ich dabei wieder Hotelluft geschnuppert. Der nächste Wechsel, diesmal nach Offenbach in ein Hotel als Verkaufsleitung stand an. 

Nach NRW kam ich einst wegen der Liebe und habe bei einer Unternehmensberatung in Witten einen Job gefunden. Dort habe ich wieder drei bittere Bürojahre erleben müssen, bevor in mir die Entscheidung für ein komplett anderes Berufsfeld gereift war.

 

 

Aus meiner Erfahrung dauert es häufig viele Jahre, bis man die Arbeit findet, die man selbst wirklich liebt. Vorher weiß man immer nur, was man gar nicht mehr möchte und es spitzt sich oft zu, bis dann irgendwann eine Entscheidung gefällt werden kann. 

 

So kam es bei mir, als ich in meinem Büro so unglücklich war und ich eine Bekannte in ihrem Geschäft in einer Nachbarstadt besuchte. Sie war ähnlich ausgestattet, wie mein Vielerlei. 

Zuvor hatte ich lange überlegt, was mir Freude machen könnte und vor nunmehr fast 12 Jahren stand dich dann mit dem Schlüssel in der einen Hand und einer Flasche Sekt in der anderen Hand in diesem Ladenlokal in der Mährstraße in Schwerte. Bumms und dann ging es los.

 

Wie hast du dich vorab schlau gemacht und woher hattest du deine Kontakte für die Produkte, die du hier anbietest?

 

Ich habe viel recherchiert, große Messen, wie die Anuga in Köln besucht oder Kontakte auf kleinen regionalen Ordermessen geknüpft. Das ist alles langsam gewachsen und es kommt immer mal etwas hinzu oder ein Anbieter fällt weg. 

 

 

 

Wenn du seit 12 Jahren hier bestehen kannst, kann man sagen dein Geschäft ist etabliert, oder?

 

Nun ja, in der Zeit gab es auch immer mal wieder Durststrecken und aktuell haben wir wieder mit dem Leerstand in der Mährstraße zu kämpfen. Aber wir legen hier alle nicht die Hände in den Schoss, sondern stellen etwas auf die Beine.

Die Kunden wollen ein gutes Erlebnis beim Einkauf haben und das bieten wir mit tollen Aktionen. Zuerst steht jetzt das bereits ausverkaufte Event literarisch & kulinarisch in Kooperation mit Bücher Bachmann an. Darauf freuen wir uns mit unseren 25 Gästen sehr. 

Ein winterlicher Abend in meiner alten Körberei hier im Garten mit Schweizer Käsefondue ist in Planung und vieles mehr.

 

Ich kenne den Vertrieb mit seinen langen Öffnungszeiten sehr gut. Wenn ich sehe, dass du um die 50 Stunden pro Woche in deinem Geschäft bist, hast du Zeit für Hobbies und Freizeit?

 

Mein Mann und ich lieben unsere Gemüse-Dachterrasse zuhause und die hegen und pflegen wir, da wir die Produkte mit den Vielerlei Produkten ergänzen und gerne zusammen Köstlichkeiten kochen. Das ist etwas, was ich sehr sehr gerne tue und dabei entspanne ich. 

Das Kochen und die Gärtnerei ist mir aus meiner Kindheit sehr vertraut. Mein Papa ist Sarde und meine Mutter Schlesierin. Wir hatten immer einen Garten und gekocht wurde bei uns sehr bodenständig, ohne großen Schnick-Schnack mit guten und unverarbeiteten Produkten. Darauf lege ich großen Wert.

 

Liebe Sonja, ich danke dir für das spannende und angenehme Gespräch. Vielen Dank für die Spende für den Leuchtturm e.V. und viel Erfolg bei deinen Events. Auf die nächsten 12 Jahre in diesem schönen Geschäft.