Gespräch mit Christina Riße

Yoga - einzigartig mit Christina

Hallo liebe Christina, schön dass wir uns heute in deinem Yoga-Zentrum, einzigartig Yoga in Schwerte treffen können und du dir Zeit für Schwerte-spricht nimmst.

Deine angenehmen Räume im einzigartig Yoga wirken noch mal mehr beruhigend auf mich, wenn wir hier nur zu zweit sind, anstatt wie gewohnt Freitags Abends mit den anderen Yoga-Übenden. Du hast dir einen schönen und entspannenden Arbeitsplatz geschaffen.

War dir das wichtig als du dich selbstständig gemacht hast und wie kam es eigentlich dazu?

 

Das war rückblickend glaube ich nicht der erste Gedanke, der mir durch den Kopf ging, als ich innerhalb kürzester Zeit die Entscheidung traf meinen Beruf als Krankenschwester aufzugeben. Wobei mir mit Gründung dieses Zentrums die Einrichtung selbstverständlich eine Herzensangelegenheit war. Doch bis es dazu kam, ist einige Zeit vergangen.

 

 

An der Einrichtung und der Atmosphäre, die hier entsteht, kann man erspüren, was du dir bei der Gestaltung gedacht hast. Kannst du bitte etwas näher beschreiben, was dich dazu gebracht hat deinen sicheren Beruf gegen die Selbstständigkeit zu tauschen? Das ist sehr spannend für mich.

Gerne, ich muss dazu gedanklich etwas zurückgehen. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich mein Hohlkreuz deutlich gespürt und man sagte mir damals schon, dass ich dafür etwas tun müsse. In der 2. Schwangerschaft habe ich einen Schwangeren-Yogakurs besucht und der tat mir so gut, dass ich über die Schwangerschaft hinaus auch ohne Kind im Bauch noch einige weitere Kurse dort besucht habe. Das war lustig, ich ohne Kugelbauch unter all den schwangeren Frauen. Irgendwann habe ich mir dann mal einen anderen „Unschwangeren-Yogakurs“ gesucht, weil Yoga zu der Zeit schon ein fester Bestandteil meines Lebensrythmus geworden war.

Als Painnurse, tätig in der Schmerztherapie fiel mir auf, dass es neben der Schmerzmedikation im Krankenhaus keine Entspannungstechnik für Betroffene gab. Ich hatte die Hoffnung Yoga implementieren zu können, als ich mich kurz darauf in meiner zweijährigen Ausbildung zur Yogalehrerin befand.

Der Entschluss zur Selbstständigkeit kam dann wie ein Selbstläufer. Mein Arzt hat mir unmissverständlich erklärt, dass ich mir mit meiner Rücken- und Nackenbelastung im Job etwas einfallen lassen muss. Bis zur Rente würde das als Krankenschwester nicht gut gehen, prophezeite er und ich spürte intuitiv, dass er richtig lag. 

 

Das hört sich wie ein Warnschuss an. Beziehungsweise war es ja dann irgendwie auch ein gut gemeinter Schubser und du bist in die Handlung gekommen, richtig?  Wie ging es dann für dich weiter? 

Richtig, dadurch wurde deutlich, ich gehe einen neuen Weg. Als nächstes habe ich gekündigt, einen Businessplan geschrieben und Kontakte geschaffen, um als Honorarkraft in Physiotherapiepraxen, Fitnessstudios, der VHS und an weiteren Standorten Yoga zu unterrichten. Mit meiner Familie abgesprochen, bin ich ein Jahr lang jeden Abend zum Yoga gegangen. Das war einerseits anstrengend für das Familienleben und andererseits so wichtig für mich. Dieses Jahr war unglaublich wertvoll und ich habe sehr viel gelernt. Mein zweites finanzielles Standbein war die Klasse 2000. Ein Gesundheitsförderer Projekt, bei dem es darum geht, die Kinder zu einem gesunden, glücklichen Leben zu befähigen, u. a. Ernährung, Bewegung, Entspannung, bis hin zur Suchtprophylaxe. Was kann ich tun, um ein gesunder glücklicher Erwachsener zu werden?

Nach einem intensiven Yogajahr habe ich in Schwerte einen Raum in der Hüsingstrasse angemietet, um Yoga in eigenen Räumen anzubieten. Das hat gut funktioniert. Später sind wir über die Rettelmühle hier in die Haselackstrasse in das einzigartig Yoga Zentrum gekommen.

 

Hier bleibst du hoffentlich, denn es ist so schön hier. Du sprichst von „wir“?

 

Ja glücklicherweise habe ich mittlerweile sechs Kolleginnen, die alle selbstständig in meinen Räumen entweder Yoga, zum Teil auch für Kinder, oder Entspannung oder Meditation und Tanz anbieten. So arbeiten wir hier in klassischen Gruppen oder geben auf Wunsch auch Einzelstunden.

Das Gefühl Kolleginnen zu haben, auch wenn wir uns nicht ständig sehen, ist sehr angenehm. Nach meiner Tätigkeit im Krankenhaus habe ich Kolleginnen manchmal vermisst. 

Das kann ich gut nachempfinden. Als „Einzelkämpferin“ wünscht man sich hier und da den Austausch mit Gleichgesinnten und ist dankbar für ein angenehmes Miteinander.

Liebe Christina welche sind die drei bedeutensden Effekte, die Yoga auf dein Leben hat?

 

Yoga hat mich ruhiger werden lassen, wenn ich früher und heute vergleiche. Es war durchaus denkbar, dass du mich früher zu manchen Zeiten ein wenig aufbrausend oder auch mal meckerich erlebt hättest. Mit Yoga kann ich mein Leben leichter beziehungsweise ausbalancierter nehmen und erleben.

Die zweite Auswirkung ist wohl bestätigt und entdeckt durch meinen Mann mit der Aussage: “Seitdem du Yoga machst und selbstständig bist, geht es dir viel besser.“ Damit hat er recht, es geht mir besser und ich bin zufriedener.

Yoga zu üben und zu unterrichten hat mich außerdem selbstbewusster werden lassen.

Ein vierter Effekt und den möchte ich gerne noch erwähnen, ist der Effekt des Wohlfühlen dadurch, dass ich körperlich etwas für mich tue und dabei geistig profitiere.

Das hast du schön gesagt, das Gleiche empfinde ich auch als deine Yogaschülerin. Körperlich bewegen und geistig profitieren. Zu Beginn meiner eigenen Yoga Zeit habe ich mich öfter gefragt, was es wohl für ein Gefühl für dich ist, wenn du während einer Yogastunde in dieser Stille auf deine Teilnehmer schaust? Wenn sie in Ruhe, mit meist geschlossenen Augen und ganz bei sich selbst die Übungen machen, die du sanft anleistest? 

 

Das ist ein wunderbares Gefühl und meine innere Stimme sagt: “Ich liebe euch alle.“

Und mein Herz öffnet sich ganz weit. Ein Gefühl von Liebe und gleichzeitig eine riesige Verantwortung eure Erwartungen an diese Yogastunde zu erfüllen. Darauf zu achten, das richtig und vorsichtig geübt wird und die Bewegungen so gemacht werden, dass sie keinem schaden.

Auch wenn es nicht so wirkt, bin ich oft im Zwiespalt. Manchmal sitzt auf meiner Schulter ein kleines schwarzes Männchen, das sagt: „Du kannst das nicht gut genug – du bist nicht gut genug beim Yoga unterrichten.“

Und in den Momenten, wenn ihr bei mir seid, dann kommt ein kleines weißes Männchen auf meine Schulter und flüstert leise: “Schau selbst, wie gut sie es finden und wie gut es funktioniert.“ 

Es ist gut, dass beide Männchen da sind, das hält mich aufmerksam und lässt mich weiter wachsen.

 

Ich freue mich, dass du es so beschrieben hast, denn auch als Teilnehmerin kann ich dir sagen, dass deine Glückseligkeit auf uns überschwappt und zumindest mich sehr erfüllt. In der Endentspannung bekommst du zudem das direkte Feedback. Innerer Frieden und Entspannung sind einkehrt, wenn du die leisen Schnarch- und Grunzgeräusche, der eingeschlafenen Teilnehmer vernimmst ;-)

Du führst uns hin und wieder auf so wunderbare  Fantasie- und Gedankenreisen, so dass es dir nicht schwer fallen wird, wenn ich dir sage, dass gerade die entzückende kleine Ruhrfee auf der Nasenspitze deines Buddhas saß und einen freien Wunsch für dich hinterlassen hat. Was möchtest du dir wünschen? 

 

 

Oh wunderbar, ich wünsche mir mit meiner Schwester gemeinsam einmal nach Indien in einen ganz bestimmten Ashram zu reisen und dieses wunderbare bunte Land näher kennenzulernen. 

 

Liebe Christina Om Shanti und danke für das Gespräch.

 

Om Shanti